Warum Amazons Alexa noch nicht gut und doch die Zukunft ist

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Seit Herbst letzten Jahres ist Amazons digitale Assistentin Alexa in Deutschland erhältlich. Zumindest für diejenigen unter uns, die eine Einladung erhalten haben. Ich selbst bin seit knapp 2 Monaten Besitzer von Amazon Echo inklusive der digitalen Assistentin. So weit so gut. Aber was kann die Gute alles und wie funktioniert die Nutzung im Alltag? Warum bringt Amazon überhaupt eine Sprachassistentin auf den Markt? Und wie geht es mit ihr weiter? Einige Fragen, auf die ich meine persönlichen Antworten gebe.

Erster Eindruck super – dann die Ernüchterung

Paket wie gewohnt am Folgetag der Bestellung erhalten und natürlich gleich ausgepackt und installiert. Die Installation klappt ohne Probleme und es dauert nicht lange bis man loslegen kann. Alles andere hätte mich auch stark verwundert. Beim ersten Gespräch mit Alexa war ich dann gleich begeistert von der Spracherkennung. Kein Vergleich mit Siri. Selbst wenn Alexa ein Stockwerk höher steht  funktioniert die Kommunikation problemlos. Musikwünsche werden direkt abgespielt und die Lautstärke kann problemlos verändert werden. Auch die Qualität der Lautsprecher kann sich sehen lassen. Klar, mit einer Dolby Surround Anlage nicht vergleichbar aber dennoch sehr gut. Musik hören mit Alexa macht also Spaß!

Was aber bietet Alexa außerdem?

  • Sie erzählt Witze. Nett, aber braucht man auch nicht unbedingt
  • Es gibt verschiedene Nachrichtenskills, die einem die Nachrichten des Tages vorlesen.
  • Man kann alle Fragen stellen. Bekommt aber häufig die Antwort „Entschuldigung, auf diese Frage weiß ich keine Antwort“
  • Man kann ToDo`s und Termine planen und ansagen lassen
  • Sofern man die nötige Hardware zu Hause hat ist die Smart Home Steuerung möglich. Hab ich aber nicht.

Und so ist bei mir nach dem ersten euphorischen Nutzen schnell die Ernüchterung eingetreten. Nicht zuletzt auch daher, weil man es einfach nicht täglich nutzt. Und so ist es schnell eine derjenigen Anschaffungen, die eher in der Schublade landen anstatt täglich genutzt zu werden.

Shopping mit Alexa

Da Amazon in erster Linie in eCommerce Marktplatz ist, drängt sich natürlich auch die Frage auf, ob und wie Shopping mit Alexa möglich ist. Naja, was soll ich schreiben? Es funktioniert.

Ich selbst habe es an folgendem Beispiel ausprobiert: „Alexa, ich hätte jetzt gerne eine Coca Cola light!“. Prompt kam die Antwort, dass „Coca Cola Light 6x4x0,33l, 24er Pack“ für 13,20 € bestellt werden kann. Und siehe da, gibt man auf www.amazon.de „Coke light“ als Suchbegriff ein ist es der erste Treffer. Aber man hat keine Möglichkeit sich Alternativen anzuschauen und nicht bei jeder Frage bringt Alexa auch einen Treffer. Da ist noch viel Luft nach oben. Aber das weiß Amazon besser als alle anderen.

Genügend Early Adopter gibt es offenbar dennoch. Zumindest lässt der Verkauf ausschließlich per Einladung darauf schließen.

Amazon im Highspeedmodus

Damit die Early Adopter aber bei Laune gehalten werden drückt Amazon wie gewohnt auf das Gaspedal. Wöchentlich gibt es Mailings zu neuen Skills die Alexa beherrscht. Und in den Medien liest man regelmäßig von neuen Firmen, die sich des offenen Systems bedienen möchten. Überhaupt ist das der Unterschied zu Apple oder Alphabet, der google Mutter.  Durch das offene System schafft es Amazon schnell viele neue Services zu integrieren. Da ist dann auch viel Unbrauchbares dabei. Aber wie auf einem Marktplatz führt viel Angebot auch zur höheren Nachfrage. Am Beispiel Alexa ist das der Nutzen. Neben weiteren Services kündigen aber auch Smartphone Hersteller oder Automobilkonzerne an Alexa verwenden zu wollen. Und nun sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Blick in die Zukunft

Es gibt wohl nur wenige Bereiche die von einer funktionierenden Sprachassistenz nicht profitieren würden. Ich bringe jetzt mal frei raus 3 mögliche Zukunftsszenarien raus, die zeigen wie Sprachassistenz unser Leben verändern kann. Nein, wie es unser Leben verändern wird:

  • Reservierungen, Bestellungen etc. im Handumdrehen

Wer kennt ihn nicht? Den Moment wenn man es sich gerade auf der Couch gemütlich gemacht hat und einem einfällt was man vergessen hat. Sei es das Geburtstagsgeschenk für die Mutter oder die Tischreservierung beim Italiener. Muss man heute noch zum Handy greifen reicht morgen ein einfacher Sprachbefehl. Und so wird eine digitale Sprachassistentin ein feste Mitbewohnerin, die man nicht mehr missen möchte.

  • Aus „drive-in“ wird „drive-by“

Nahezu jeder ist in seinem Leben mal in den Drive In einer Fast-Food Kette gefahren und hat Essen gekauft. Zu Hochzeiten gab es Drive In Angebote in sehr vielen Branchen. Selbst die Stadtsparkasse hatte Drive In Schalter im Angebot. Aber auch Blumenhändler oder Bäckereien. Das Vorgehen war immer wieder das gleiche: Bestellen – bezahlen – abholen. Jetzt stellen wir uns mal einen Augenblick lang vor, dass Sprachassistenz in neuen Autos verfügbar ist. Was wird wohl passieren? Die Schritte bestellen und bezahlen werden bereits von unterwegs im Auto erledigt und wie beim Boxenstopp in der Fomel 1 erwartet man den Kunden bereits und hat die bestellen Waren in der Hand. Man holt die Ware im Vorbeifahren ab und aus „Drive In“ ist „Drive By“ geworden.

  • Tickets werden per Sprachbefehl erstellt

Unzählige von Unternehmen arbeiten täglich mit Tickets. Diese werden im Service Bereich häufig per Formular vom Kunden schon erfasst. Intern werden diese jedoch vom Mitarbeiter geschrieben. Nicht selten sogar doppelt. Einmal im Meetingprotokoll und zusätzlich nochmal im Ticketsystem. Von den Mitarbeitern, die noch auf Papier mitschreiben einmal ganz abgesehen. In der IT Entwicklung ist Atlassian Jira eines der meistgenutzten Tools. In der agilen Scrum Methode werden zahlreiche Tickets in Meetings besprochen. Wie hilfreich wäre es, wenn die Anlage der Tickets direkt per Sprache möglich wäre. Klingt noch unrealistisch? Mag sein, dass dies heute noch unrealistisch und weit entfernt klingt. Aber Alexa und Echo schaffen die Basis.

Fazit

Diese 3 Beispiele zeigen konkret wo Sprachassistenz unser Leben verändern wird. Betrachtet man die ganze Palette an Möglichkeiten wird die Sprachassistenz aus meiner Sicht die Erfassung per Tastatur ablösen. Und hält man sich mal vor Augen, was man auf der Computer- und Smartphone Tastatur so alles erfasst, wird einem nochmal bewusster welche Veränderung von der Sprachassistenz ausgehen wird. Und Amazon gibt die Geschwindigkeit vor. Nicht zuletzt dank des offenen Systems. Daher bin ich der Überzeugung, dass Alexa und Sprachassistenz die Zukunft ist.

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